Erinnern heißt Verantwortung tragen
Die Vergangenheit können wir nicht verändern – aber wir tragen Verantwortung dafür, wie wir mit ihrer Erinnerung umgehen.
Der Holocaust gehört zu den dunkelsten Kapiteln der europäischen Geschichte. Sechs Millionen jüdische Menschen wurden während der
nationalsozialistischen Gewaltherrschaft systematisch verfolgt, entrechtet, deportiert und ermordet. Millionen weitere Menschen wurden Opfer
nationalsozialistischer Verfolgung und Gewalt.
Hinter diesen unvorstellbaren Zahlen stehen Menschen. Frauen, Männer und Kinder, deren Leben, Hoffnungen, Familien und Zukunft durch eine
menschenverachtende Ideologie zerstört wurden.
Ihre Geschichten dürfen niemals in Vergessenheit geraten.
Erinnerung ist mehr als ein Blick in die Vergangenheit
Erinnerung bedeutet nicht nur, historische Ereignisse zu kennen. Sie bedeutet, sich mit ihren Ursachen auseinanderzusetzen, Verantwortung zu
erkennen und aus den Fehlern vergangener Generationen zu lernen.
Der Holocaust entstand nicht aus dem Nichts. Antisemitismus, Rassismus, Ausgrenzung, politische Radikalisierung und die schrittweise Zerstörung
demokratischer und rechtsstaatlicher Strukturen bereiteten den Weg für Verfolgung und Völkermord.
Die Geschichte zeigt uns, welche verheerenden Folgen entstehen können, wenn Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion, Überzeugung oder
Identität ihrer Würde und ihrer Rechte beraubt werden.
Die Würde des Menschen ist unantastbar
Jeder Mensch besitzt das Recht auf Leben, Freiheit, Sicherheit und persönliche Würde.
Diese Werte dürfen niemals von Herkunft, Religion, Nationalität oder gesellschaftlicher Stellung abhängig gemacht werden.
Die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus verpflichtet uns, Antisemitismus, Rassismus, Diskriminierung und jeder Form der
Menschenverachtung entschieden entgegenzutreten.
Dabei beginnt Verantwortung nicht erst angesichts großer politischer Ereignisse. Sie beginnt im täglichen Miteinander, im respektvollen Umgang mit
anderen Menschen und in der Bereitschaft, Unrecht nicht schweigend hinzunehmen.
Verantwortung gegenüber kommenden Generationen
Mit jedem Jahr wächst die zeitliche Entfernung zu den Ereignissen des Holocaust. Immer weniger Überlebende können ihre persönlichen Erfahrungen
aus eigener Erinnerung weitergeben.
Umso wichtiger wird es, ihre Zeugnisse, historischen Dokumente und Lebensgeschichten zu bewahren.
Gedenkstätten, Archive, wissenschaftliche Forschung und historische Bildungsarbeit leisten einen unverzichtbaren Beitrag dazu, dass die Erinnerung
lebendig bleibt.
Die kommenden Generationen sollen nicht nur erfahren, was geschehen ist. Sie sollen auch verstehen, wie es geschehen konnte und weshalb
Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit niemals als selbstverständlich betrachtet werden dürfen.
Meine persönliche Überzeugung
Für mich bedeutet die Auseinandersetzung mit dem Holocaust eine besondere historische und menschliche Verantwortung.
Geschichte darf weder verdrängt noch beschönigt oder für politische Zwecke missbraucht werden. Sie verlangt Wahrhaftigkeit, Respekt vor den Opfern
und die Bereitschaft, auch schmerzhafte Wahrheiten anzuerkennen.
Ich bin überzeugt, dass eine Gesellschaft nur dann verantwortungsbewusst in die Zukunft gehen kann, wenn sie bereit ist, sich ehrlich mit ihrer
Vergangenheit auseinanderzusetzen.
Erinnerung bedeutet für mich deshalb nicht, Schuld auf nachfolgende Generationen zu übertragen. Sie bedeutet, aus der Geschichte eine Verpflichtung
für unser heutiges und zukünftiges Handeln abzuleiten.
Wir können die Vergangenheit nicht ungeschehen machen. Aber wir können dafür sorgen, dass die Opfer nicht vergessen werden und ihre Geschichte
eine bleibende Mahnung an unsere Menschlichkeit ist.
Ich lade Sie ein, diese Dokumentation zu besuchen, sich mit den historischen Ereignissen auseinanderzusetzen und die Erinnerung an die Opfer
wachzuhalten.
Zur historischen Dokumentation: Der Holocaust
https://der-holocaust.jimdofree.com/
Erinnern bedeutet, die Vergangenheit nicht zu vergessen und Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft zu übernehmen.
Simone Mayer
Kunst – Präzision – Geschichte